“Vilm – Der Regenplanet” von Karsten Kruschel

Geschrieben von Sven-Steffen Arndt am 21. Mai 2011.

"Vilm - Der Regenplanet" von Karsten Kruschel

Das Buch „Vilm – Der Regenplanet“ von Karsten Kruschel dreht sich um den Absturz eines gigantischen Kolonisations-Raumschiffes mitten im nichts, den Problemen der wenigen Überlebenden mit der neuen ungewollten Heimat, der Integration der Kinder der Überlebenden in die Biosphäre des Planeten und den politischen Verwicklungen, die im galaktischen Maßstab damit einhergehen.

An sich also eine spannende Idee, die einen hoffnungsvoll das Buch in die Hand nehmen lässt. Oder sollte man besser sagen: die Bücher. Denn der Verlag hat die Geschichte auf zwei Bücher verteilt und das auch noch schlecht. Denn das erste Buch bricht unvermittelt ab und lässt den Leser ein wenig ratlos zurück. Wollte man nur den ersten Teil bewerten, so käme dieses Buch sehr schlecht weg.

Denn der Leser durchlebt die Geschichte des ersten Buches Seite an Seite mit unterschiedlichsten Figuren, die unvermittelt sterben oder später keine oder nur noch eine Randrolle spielen. Auch wirken einige sexuell ausschweifende Beschreibungen im Kontext eines Science-Fiction-Buches deplatziert und plump. Wenn damit ein Hauch von Erotik erzeugt werden sollte, so ist dies komplett daneben gegangen. Daneben erschwert …

... Artikel weiterlesen

„Quellcode“ von William Gibson

Geschrieben von Sven-Steffen Arndt am 6. Februar 2011.

"Quellcode" von William Gibson

William Gibson kehrt mit dem Buch „Quellcode“ zu seinen Anfängen der Neuromancer-Trilogie zurück – der Ikone des Cyberpunks. Endlich kann man dem Fortgang der Erzählung wieder aus den Blickwinkeln dreier Handlungsstränge folgen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Man ahnt jedoch, und nicht nur, weil sie im gleichen Buch stecken, dass sie etwas miteinander zu tun haben. Zwischen den Zeilen liest man kleine Andeutungen heraus, die ein Aufeinandertreffen in baldiger Zukunft in Aussicht stellen.

... Artikel weiterlesen

„Reckless: Steinernes Fleisch“ von Cornelia Funke

Geschrieben von Anna Koops am 19. Dezember 2010.

"Reckless: Steinernes Fleisch" von Cornelia Funke

Jakob ist zwölf Jahre alt, als er entdeckt, was es mit dem Spiegel im Zimmer seines Vaters auf sich hat: Die Hand mittig auf das dunkle Glas des Silberrankenspiegels gelegt, findet er sich in einer anderen Welt.

Das Leben in seiner Welt ist verzweifelt. Der Vater spurlos verschwunden, die Mutter so voll Kummer, dass sie ihr Zimmer nicht mehr verlässt. Die Spiegelwelt aber lockt mit Märchen und fremden Fabelwesen und fast vergessenen Schätzen, die es zu finden gilt. Zwölf Jahre lang bietet sie Jakob einen sicheren Unterschlupf, bis es seinen kleineren Bruder Will ebenfalls in die Märchenwelt verschlägt.

... Artikel weiterlesen

„Schuld“ von Ferdinand von Schirach

Geschrieben von Anna Koops am 11. Oktober 2010.

Buch-Cover "Schuld" von Ferdinand von Schirach

Strafrechtlich gesehen, bedeutet Schuld persönliche Vorwerfbarkeit.

Der Täter wird nicht pauschal für die begangene Tat verurteilt, der Richter schlägt nicht das Gesetzbuch auf und findet eine genaue Strafhöhe, vielmehr ist der Kern des Strafrechts, das, was es besonders macht, die Frage danach, ob dem Täter seine Tat auch persönlich vorgehalten werden kann, ob er für sein Verhalten in vollem Umfang verantwortlich zu machen ist.

Schirachs zweiter Roman trägt nun genau diesen Titel. Sein Werk umfasst 15 Geschichten, sie alle knüpfen an den Begriff der Schuld, füllen ihn aus, geben ihm Bedeutung.

Was versteht ein Strafverteidiger, einer dessen Beruf darin besteht, für die eigenen Mandanten möglichst Straffreiheit oder mindestens das niedrigste Strafmaß zu erreichen, unter Schuld?

... Artikel weiterlesen